vom 19.09.21

Die chronische Niereninsuffizienz der Katze ist leider eine häufige Erkrankung. Rund 30% der älteren Katzen sind betroffen.

Funktionsweise einer gesunden Niere:

  • Filterung von Abbauprodukten, in erster Linie Harnstoff und Kreatinin
  • Regulierung der Elektrolyte ( Kalium, Calcium, Phosphor und Natrium )
  • Produktion von Renin, einem Enzym, das den Blutdruck steuert
  • Regulation und Kontrolle der Harnzusammensetzung
  • Produktion von Erythropoietin, das die Stammzellen im Knockenmark stimuliert, damit Erythrozyten gebildet werden

Zentrales Element der Nieren sind die mikroskopisch kleinen Nierenkörperchen und das angeschlossene Kanalsystem ( Tubuli ). Eine Schädigung dieser Tubuli ist irreversibel und führt zur Insuffizienz der Niere. Da dieser Vorgang meist schleichend geschieht, sollten die Katzen von ihren Besitzern gut beobachtet und gegebenenfalls für entsprechende Untersuchungen vorgestellt werden. Symptome wie allgemeine Abgeschlagenheit, Fressunlust, Erbrechen, Gewichtsabnahme, häufiges Urinieren und vermehrtes Trinken sollten abgeklärt werden. Die Niere ist eine Zeit lang in der Lage, die gestörte Funktion zu kompensieren. Erst wenn ca 75% der Tubuli zerstört sind, zeigen sich deutlich erhöhte Harnstoff- und Kreatininwerte im Blut. SDMA ist ein neuer Wert in der Nierenfrüherkennungsdiagnostik. Er erhöht sich bereits, wenn ca 25% beschädigt sind und sollte deshalb immer mit untersucht werden.

Eine CNI ist nicht heilbar, eine Behandlung zielt deshalb darauf ab, die Krankheit zu kontrollieren, ein Fortschreiten zu verzögern und Ihrer Katze zu einer lebenswerten Zeit zu verhelfen.

Es sollte damit begonnen werden, eine Nierendiät zu füttern. Diese enthält in der Regel weniger Phosphor und Proteine und entlastet so die Nieren bei der Filterung von Abbauprodukten. Um ein Austrocknen der Katze zu verhindern, sollte stets eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gewährleistet und wenn nötig, durch Infusionen unterstützt werden. Unabhängig von tierärztlichen Untersuchungen, wie zum Beispiel dem Ultraschall, gibt es in der Naturheilkunde zahlreiche Möglichkeiten, mit denen Ihre Katze bezüglich der chronischen Niereninsuffizienz unterstützt werden kann. Dasselbe gilt auch für Ihren Hund.

 

 

vom 19.08.21 

Die Magendrehung ist ein sehr ernst zu nehmender, tiermedizinischer Notfall. Nur wenige Stunden entscheiden über Leben und Tod Ihres Hundes. Selbst, wenn Sie nur die Vermutung haben, sollten Sie Ihren Hund sofort einem Tierarzt vorstellen.

Hauptsächlich sind Hunde mittelgroßer und großer Rassen mit tiefem Brustkorb betroffen. Ebenso werden erhöhtes Alter und ausgiebiges Toben und Wälzen nach einer üppigen Mahlzeit als erhöhtes Risiko diskutiert.

Der Magen des Hundes befindet sich relativ frei beweglich zwischen der Speiseröhre und dem Zwölffingerdarm an Bändern aufgehängt. Wenn er sich um seine eigene Achse dreht, werden wichtige Blutgefäße, sowie der Mageneingang und der Magenausgang abgeschnürt. Verdauungsgase, Flüssigkeiten und Futterbrei können nicht mehr abtransportiert werden. Ebenso kann das Blut aus der Hinterhand nicht mehr zum Herzen zurückfließen. Nicht nur der Magen, sondern auch die Bauchspeicheldrüse und die Milz können dadurch langsam absterben.

Die Symptome beginnen zunächst unspezifisch. Der Hund wird unruhig, beginnt hin und her zu laufen. Starker Speichelfluss und der vergebliche Versuch, sich zu erbrechen oder Kot abzusetzen, sind meist ebenfalls zu beobachten. Im weiteren Verlauf wird sich der Bauch immer mehr aufblähen, dies verursacht hochgradige Schmerzen und der Allgemeinzustand des Hundes wird sich drastisch verschlechtern. Wird jetzt nicht rasch gehandelt, kommt es zu einem Kreislaufschock unter anderem mit Herzrythmusstörungen, den der Hund zumeist nicht überlebt.

Hier noch einmal vereinfacht dargestellt:

Magendrehung beim Hund

Die Wiederherstellung der Kreislaufsituation mittels intravenöser Infusionen und eine ausreichende Schmerzbehandlung hat oberste Priorität. Eventuell werden präoperativ mittels eine kleinen Nadel, Verdauungsgase aus dem Magen entlassen. Anschließend wird während der Operation der Magen zurückgedreht, mit einer Sonde von Mageninhalt entleert und anschließend an der Bauchwand festgenäht.

 

 

vom 20.07.21

Mal eben kurz in den Supermarkt und den Hund im Auto zurücklassen...in den wämeren Monaten kann das für unsere Vierbeiner zu einem echten Problem werden.

Wenige Minuten reichen dann schon aus, um einen Hund in eine lebensbedrohliche Situation zu bringen. Denn im Gegensatz zu uns Menschen schwitzen Hunde nicht, sondern regulieren ihren Wärmehaushalt durch das Hecheln. Den Wasserverlust muss das Tier durch Trinken ausgleichen. Wenn es diese Möglichkeit nicht hat, steigt die Körpertemperatur an und es kommt zu einem Hitzschlag und lebenswichtige Organe werden nicht mehr ausreichend durchblutet.  

Folgende Grafik zeigt die Temperaturentwicklung in einem geschlossenen Auto. Ein Fenster, welches nur einen kleinen Spalt geöffnet ist, wird dem Temperaturanstieg kaum entgegenwirken können.

 

vom 23.06.21

Eine Methode mit Sinn

Regelmäßiges Entwurmen ist wichtig. Stimmt das? Leider nein. Regelmäßiges Entwurmen hat sogar Nachteile, wie z.B. hohe, unnötige Belastung der Pferde mit Arzneien und Resistenzen bei den Würmern, gegen die es wirken soll. Die Böden werden durch den hohen Chemikalieneintrag ebenfalls belastet.

Lesen Sie mehr

https://www.f-n-thp.de/images/PDF/Flyer/Entwurmung.pdf

 

 

vom 22.05.21

Das Cauda-Equina-Syndrom – auch Degenerative lumbosacrale Stenose (DLLS) genannt – ist eine bei älteren Haushunden mittelgroßer und großer Rassen häufig auftretende neurologische Erkrankung, die starke Schmerzen bis hin zu Lähmungen verursachen kann. Betroffen sind insbesondere der Deutsche Schäferhund, Riesenschnauzer, Siberian Husky und der Dobermann.

Auf Höhe der Brustwirbelsäule verläuft das Rückenmark in einem Wirbelkanal. Hinter dem letzten Lendenwirbel und vor dem ersten Kreuzwirbel, also dem Lenden-Kreuz-Übergang, ist das Rückenmark bereits zu Ende. Von hier an laufen die einzelnen Nervenwurzeln gebündelt weiter, die für die Versorgung der Hintergliedmaßen zuständig sind. Diese Nervenwurzeln sehen aus wie ein aufgefächerter Pferdeschweif (lat. cauda equina). Hier ist der Wirbelkanal recht flach und die Wirbelsäule stark beweglich und instabil. Durch verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelsäule in diesem Bereich, kommt es zu einer Kompression und Schädigung der Nervenfasern und es entsteht das Cauda-Equina-Syndrom.

Die Krankheitssymptome entwickeln sich in den meisten Fällen langsam. Die ersten Anzeichen für den Besitzer sind meist Schmerzäußerungen beim Springen, Treppensteigen und Aufstehen. Die gesamte Kruppe des Hundes ist bei Druck schmerzempfindlich, vor allem das Hochbiegen der Rute tut sehr weh. Nach ausgedehnten Ruhepausen und „Warmlaufen“ kommt es zu einer scheinbaren Besserung. Im weiteren Verlauf der Erkrankung stellen sich leichte Lahmheiten und Lähmungserscheinungen ein. Die Muskulatur der Hinterhand bildet sich zurück und der Hund ist nicht mehr in der Lage, die Hinterbeine richtig anzuheben, was ein schiefes Abschleifen der Krallen zur Folge hat. Ebenfalls kann es zu Inkontinenz von Kot- und Urinabsatz kommen.

Um die Diagnose des Cauda-Equina-Syndroms zu sichern, ist eine ausführliche neurologische Untersuchung, Grundvoraussetzung. Mit Röntgenaufnahmen und einer MRT- Untersuchung lassen sich differentialdiagnostisch zum Beispiel Bandscheibenvorfälle, Tumore oder Abszesse im Wirbelkanal ausschließen.

In leichteren Fällen, in denen nur eine Schmerzsymptomatik vorliegt, kann eine konservative Therapie versucht werden. Einschränkung der Bewegungsfreiheit, also Boxenruhe und eine entzündungshemmende und schmerzstillende Therapie inklusive Akupunktur sollen für ein besseres Wohlbefinden des Tieres sorgen. Begleitende Physiotherapie empfiehlt sich um die betroffene Muskulatur zu stabilsieren und weiterem Muskelabbau vorzubeugen. Desweiteren ist eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Hunden anzuraten. Solange es nicht zu Lähmungen gekommen ist, sind die Aussichten auf Besserung oder gar Heilung gut, denn die Nervenfasern der Cauda-Equina können sich in sehr hohem Maße wieder regenerieren.

Sind in besonders schweren Fällen mit der konservativen Therapie keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt worden, kann auch eine chirurgische Therapie in Betracht gezogen werden. Es stehen verschiedene Operationsmöglichkeiten zur Verfügung, bei denen es gilt, die betroffenen Nervenwurzeln zu entlasten und den Lenden-Kreuz-Übergang zu stabilisieren.